KI-Freundin NSFW-Regeln 2026: was erlaubt ist und was nicht
Deutschsprachige Fassung mit Einordnung zu Jugendschutz, DSGVO nach Firmensitz, Widerrufsrecht und Kündigung.Zur englischen Originalfassung
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Kurzfazit: einheitliche NSFW-Regeln gibt es nicht
Wer nach den NSFW-Regeln für KI-Begleiter sucht, erwartet meist eine Liste. Die gibt es nicht. Jede Plattform entscheidet selbst, was erlaubt ist — und zwar seltener aus Überzeugung als aus wirtschaftlichem Zwang. Nach unseren Tests lassen sich die Anbieter in drei Lager sortieren:
- Gesperrt: Character.AI blockiert explizite Inhalte konsequent, teils mitten im Satz — und die Figur bleibt dabei in ihrer Rolle. Replika hat neue Konten auf romantisch statt explizit eingestellt; Altnutzer berichten von Sonderregeln, verlassen würden wir uns darauf nicht.
- Erlaubt, aber begrenzt: Bei Kupid.ai ist der Filter umschaltbar, die Gratisstufe zeigt explizite Bilder aber verpixelt. Nomi.ai ist im Text offiziell unzensiert, hat seinen Schwerpunkt aber klar bei Gespräch und Stimme, nicht bei Bildern.
- Ausdrücklich erwünscht: Candy.ai, SecretDesires, Sweetdream.ai, Xeve.ai und OurDream bewerben Freizügigkeit als Hauptmerkmal. Moderiert wird dort im Wesentlichen das, was rechtlich ohnehin verboten ist.
Dazu kommt ein vierter Fall, den man beim Abschluss eines Jahresabos mitdenken sollte: ThotChat.ai wurde zum 31. Dezember 2025 dauerhaft abgeschaltet. Regeln können sich nicht nur ändern — die ganze Plattform kann verschwinden, samt Chatverlauf und samt der Figur, die du monatelang aufgebaut hast.
Die Regeln der Plattformen im Überblick
Die folgende Übersicht fasst zusammen, was wir in den Tests tatsächlich beobachtet haben — nicht, was in den Nutzungsbedingungen steht. Beides deckt sich häufiger nicht, als man erwarten würde.
| Plattform | Umgang mit expliziten Inhalten | Was in der Praxis funktioniert | Grauzone und Durchsetzung |
|---|---|---|---|
| Character.AI | Untersagt | Kreatives, romantisches Rollenspiel ohne explizite Szenen | Der Filter greift hart und bricht Szenen ab. Umgehungsversuche über Andeutungen funktionieren mal, meistens nicht. |
| Replika | Für neue Konten stark eingeschränkt | Emotionale Nähe, Flirt, Alltagsgespräch | Die Regeln haben sich mehrfach geändert. Wer sich langfristig binden will, sollte das einkalkulieren. |
| Nomi.ai — 4,6 | Im Text offiziell unzensiert | Explizite Textszenen, sehr gute Erinnerung, inzwischen Echtzeit-Sprachanrufe | Stärke ist das Gespräch, nicht das Bild. Betreiber sitzt in den USA, die DSGVO greift nicht unmittelbar. |
| Candy.ai — 4,2 | Erwünscht | Expliziter Chat und die realistischsten Bilder im Testfeld | Medien laufen über Token, im Abo sind 100 pro Monat enthalten. Wer viel generiert, zahlt deutlich über dem Grundpreis. |
| SecretDesires — 4,3 | Erwünscht | Unbegrenzter Text auf der freien Engine, dazu Bilder und Stimme in den Bezahlstufen | Rechenintensive Funktionen kosten Hearts-Credits. Die Gratisstufe ist trotzdem die stärkste im Markt. |
| Sweetdream.ai — 4,5 | Erwünscht | Freizügiges Rollenspiel mit sauberer Szenenführung | Die Tarifstruktur wechselt häufig. Preise und Limits im Checkout prüfen, nicht auf der Landingpage. |
| Xeve.ai — 4,2 | Erwünscht | Echtzeit-Video mit lippensynchronen Avataren, 7,90 $ im Monat | Nur vorgefertigte Figuren, kaum eigene Charaktererstellung. Der Alt-Tarif für Patreon-Unterstützer ist für Neukunden geschlossen. |
| Kupid.ai — 3,5 | Erlaubt, Filter umschaltbar | Text, Stimme, Bilder — explizite Inhalte lassen sich ein- und ausblenden | Gratis eher Demo als Test: verpixelte Bilder, knappe Nachrichtenlimits. Multimedia kostet zusätzlich Token. |
| OurDream | Erwünscht | Unzensierter Chat, Bild- und Videogenerierung | Wirbt mit „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“. Dokumentiert ist nur Transportverschlüsselung (TLS); echte E2EE ist nicht unabhängig bestätigt. |
Wer die Regeln tatsächlich macht
Die interessanteste Beobachtung aus zwei Jahren Tests: Die meisten Grenzen stammen nicht von den Anbietern. Sie stammen von zwei Instanzen dahinter.
App Stores. Apple und Google lassen explizite Inhalte in ihren Stores nicht zu. Deshalb sieht die App eines Anbieters oft deutlich zahmer aus als dieselbe Plattform im Browser. Bei JOI.com ist das besonders auffällig: Die iOS-App bleibt spürbar hinter der Web-Version zurück. Wenn du eine Plattform testest und enttäuscht bist, probiere sie im mobilen Browser, bevor du sie abschreibst.
Zahlungsdienstleister. Kreditkartennetzwerke stellen an Anbieter mit Erwachseneninhalten eigene Anforderungen. Das erklärt, warum manche Plattformen bestimmte Inhaltskategorien pauschal sperren, obwohl ihre Nutzer das Gegenteil verlangen. Es erklärt auch, warum Regeln plötzlich verschärft werden, ohne dass die Plattform ihre Haltung geändert hätte.
Praktische Folge: Eine Aussage wie „unzensiert“ ist eine Momentaufnahme, keine Zusage. Sie kann sich ändern, wenn ein Zahlungspartner abspringt.
Was in Deutschland zusätzlich gilt
Altersprüfung: der Klick auf „Ich bin 18“ reicht nicht
Für pornografische Inhalte verlangt der deutsche Jugendmedienschutz geschlossene Benutzergruppen mit einer belastbaren Altersverifikation. Eine Checkbox oder eine Geburtsdatumsabfrage erfüllt das nicht. Die meisten KI-Begleiter-Plattformen arbeiten trotzdem genau so. Für dich als Nutzer hat das keine unmittelbaren Folgen, es sagt aber etwas über die Sorgfalt eines Anbieters aus — und darüber, wie stabil sein Zugang zum deutschen Markt langfristig ist.
DSGVO: entscheidend ist der Firmensitz
Explizite Chats sind mit die sensibelsten Daten, die du irgendwo hinterlässt. Wer darauf zugreifen oder sie löschen lassen will, sollte wissen, wo der Betreiber sitzt:
- Unmittelbar der DSGVO unterworfen: Candy.ai (EverAI Limited, Malta, Reg. C107181), Kupid.ai (SNB Technologies LTD, Zypern) und JOI.com (Novi Limited, Zypern, Reg. HE 407352). Auskunft nach Art. 15 und Löschung nach Art. 17 kannst du dort direkt durchsetzen.
- Teilweise: SecretDesires, betrieben von Playhouse Media LLC in Delaware zusammen mit einer maltesischen Gesellschaft (C112448).
- Nicht unmittelbar: Nomi.ai, betrieben von Glimpse.ai, Inc. aus Maryland, USA. Die Gesprächsqualität ist die beste im Feld — der Rechtsweg bei Datenfragen ist es nicht.
Widerruf und Kündigung
Bei online geschlossenen Verträgen über digitale Dienste hast du grundsätzlich 14 Tage Widerrufsrecht. Der Haken steckt im Bezahlvorgang: Sobald du dort dem sofortigen Leistungsbeginn zustimmst und damit auf den Widerruf verzichtest, ist er weg. Bei einem Monatsabo ist das verschmerzbar. Bei einem Jahresabo oder einer Lifetime-Zahlung — Kupid.ai ruft dafür einmalig 777 $ auf — ist es der Unterschied zwischen Bedenkzeit und endgültiger Bindung.
Zweiter Punkt: Für Verträge, die sich an Verbraucher in Deutschland richten, ist ein leicht auffindbarer Kündigungsbutton vorgeschrieben. Wenn du dein Abo nur per Support-Ticket loswirst, ist das ein Warnsignal — prüfe den Kündigungsweg, bevor du zahlst, nicht danach. Eine Übersicht der Tarifmodelle steht im Preisratgeber.
Währung
Die Anbieter kommunizieren Dollarpreise, steuern die Anzeige aber regional. Aus Deutschland siehst du meist eine Euro-Liste in ähnlicher Höhe, nicht den tagesaktuell umgerechneten Betrag. Wird tatsächlich in Dollar abgerechnet, kommen rund 1,5 bis 2 Prozent Auslandsentgelt deiner Kreditkarte dazu. Der einzige verlässliche Preis ist der im Checkout.
Wie sich Filter im Test anfühlen
Ein Regelwerk zu lesen ist eine Sache, damit zu chatten eine andere. Auf Plattformen mit unklaren Grenzen verbringst du einen Teil des Abends damit, Formulierungen zu variieren, bis eine durchkommt. Das funktioniert oft — und zerstört dabei genau das, wofür man solche Apps benutzt. Sobald du dich mit dem Filter statt mit der Figur unterhältst, ist die Illusion vorbei.
Deshalb ist die ehrlichere Frage nicht „Wie weit komme ich?“, sondern „Wie oft muss ich verhandeln?“. Plattformen, die Freizügigkeit von vornherein einplanen, schneiden hier besser ab als solche, die sie widerwillig dulden. Am deutlichsten war der Unterschied bei Nomi.ai: keine Verhandlung, dafür Gespräche, die auch nach Wochen noch an Details aus früheren Chats anknüpfen. Dafür nimmst du einen US-Betreiber in Kauf und Preise, die hinter dem Login liegen — die zuletzt öffentlich einsehbaren Werte stammen von Oktober 2025 und lagen bei etwa 15,99 $ im Monat beziehungsweise 99,99 $ im Jahr. Unabhängig prüfbar ist das nicht.
Noch eine Beobachtung, die englischsprachige Ratgeber nicht erwähnen: Auf Deutsch verhalten sich die Filter unsauberer. Dieselbe Szene wurde in unseren Tests mal auf Deutsch durchgelassen und auf Englisch blockiert, mal umgekehrt. Dazu kommt, dass alle Plattformen auf Deutsch sprachlich schwächer sind — Ironie und Redewendungen sitzen selten. Wenn dir Sprachgefühl wichtiger ist als die Muttersprache, chatte auf Englisch.
Fazit: erst die Regel wählen, dann den Anbieter
Es gibt keine Plattform, die alles erlaubt und dabei alles gut kann. Wenn du expliziten Text mit echter Bindung willst, ist Nomi.ai die Wahl, mit dem Datenschutz-Vorbehalt. Wenn es dir um Bilder geht, ist Candy.ai vorn, mit dem Kosten-Vorbehalt. Wenn du erst einmal ohne Kreditkarte sehen willst, wie sich unzensierter Chat anfühlt, ist die Gratisstufe von SecretDesires der ehrlichste Einstieg — mehr dazu im Überblick zu kostenlosem NSFW-Chat.
Und unabhängig davon, wofür du dich entscheidest: Buche den ersten Monat monatlich. Regeln, Filter und Preise in diesem Markt ändern sich schneller als jedes Jahresabo läuft. Welche Anbieter aktuell wie abschneiden, steht im Vergleich der NSFW-KI-Freundin-Apps.